Butter kostet heute 2,39 EUR. 2020 waren es 1,29 EUR. Das sind 85 % mehr, für 250 Gramm Butter. Kein Luxusprodukt, kein Bio-Spezialitätenladen. Einfach Butter beim Discounter.
35 % teurer seit 2020
Die Lebensmittelpreise in Deutschland sind seit 2020 im Schnitt um 35 % gestiegen. Nicht gleichmäßig, nicht bei allem gleich stark, aber flächendeckend. Und anders als bei Elektronik oder Kleidung kann man beim Essen schlecht auf nächstes Jahr warten.
| Produkt | Preis 2020 (EUR) | Preis 2025 (EUR) | Anstieg |
|---|---|---|---|
| Butter (250 g) | 1,29 | 2,39 | +85,3 % |
| Olivenöl (1 L) | 6,50 | 10,00 | +53,8 % |
| Schnittkäse (1 kg) | 8,99 | 13,49 | +50,1 % |
| Hackfleisch (1 kg) | 7,63 | 9,73 | +27,5 % |
| Brot & Brötchen (Index) | 100,0 | 135,0 | +35,0 % |
Daten aus Verbrauchererhebungen und beatvest.
Die Ursachen sind bekannt: höhere Produktionskosten, steigende CO₂-Bepreisung für Logistik, Arbeitskräftemangel in der Landwirtschaft. Weniger bekannt ist, dass diese Preise nicht zurückkommen werden. Die Commerzbank prognostiziert für 2025 und 2026 eine Inflation von 2,1 bis 2,2 %. Das heißt, die Preise steigen weiter, nur langsamer. Zurück auf das Niveau von 2020? Vergiss es.
Skimpflation: Weniger drin, gleicher Preis
Shrinkflation kennen die meisten: weniger Inhalt, gleiche Packung. Skimpflation ist subtiler und ehrlich gesagt ärgerlicher. Die Packung bleibt gleich, die Menge bleibt gleich, aber die Zutaten werden billiger.
Palmöl statt Sonnenblumenöl. Molkenpulver statt Vollmilch. Aroma statt echte Vanille. Der Preis bleibt auf Premium-Niveau, die Qualität rutscht ab. Die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) dokumentiert diese Praxis seit 2024 systematisch.
Das Problem: Du merkst es nicht an der Kasse. Du merkst es beim Essen. Oder gar nicht, weil du die Zutatenliste nicht mit der Version von vor zwei Jahren vergleichst. Genau darauf setzen die Hersteller.
61 % finden die Preise unfair
Eine repräsentative forsa-Umfrage von Ende 2024 zeigt: 61 % der Verbraucher empfinden die aktuellen Lebensmittelpreise als „unfair". Nicht einfach „teuer", sondern unfair. Das ist ein wichtiger Unterschied. Teuer kann gerechtfertigt sein. Unfair heißt: Die Leute glauben, dass jemand abkassiert.



