Wer dieses Jahr 4.235 Euro Weihnachtsgeld auf dem Konto hat, arbeitet vermutlich in der chemischen Industrie in NRW. Wer 250 Euro bekommt, eher in der bayerischen Landwirtschaft. Und wer gar nichts bekommt? Das betrifft fast die Hälfte aller Beschäftigten in Deutschland. Die Unterschiede beim Weihnachtsgeld waren schon immer groß, aber 2025 klaffen sie so weit auseinander, dass man eigentlich von zwei verschiedenen Arbeitswelten sprechen muss.
Wir schauen uns an, was die aktuellen Zahlen für deine Finanzplanung bedeuten, wer profitiert, wer leer ausgeht und warum das alles kein Zufall ist.
51 Prozent bekommen was, 49 Prozent nicht
Die Grundlage ist simpel und ernüchternd zugleich: Laut der Hans-Böckler-Stiftung erhalten 51 Prozent aller Beschäftigten in Deutschland Weihnachtsgeld. Das klingt erstmal nach „knappe Mehrheit", aber dreh die Zahl um: 49 Prozent gehen komplett leer aus. Kein Bonus, keine Sonderzahlung, nichts.
Für die Jahresplanung eines Haushalts ist das ein gewaltiger Unterschied. Wer im November oder Dezember mit einem vollen 13. Monatsgehalt rechnen kann, hat Spielraum für Weihnachtsgeschenke, die Nebenkostennachzahlung oder den Notgroschen. Wer nicht, muss das alles aus dem regulären Netto stemmen.
der Beschäftigten in Deutschland erhalten Weihnachtsgeld
51 %
Chemie vs. Floristik: Über 4.000 Euro Differenz
Die Branchenunterschiede sind brutal. An der Spitze stehen Beschäftigte in der chemischen Industrie, bei Energieversorgern, in der Süßwarenindustrie und im privaten Bankgewerbe. Dort gibt es häufig ein volles 13. Monatsgehalt als Sonderzahlung. Bei der Deutschen Bahn, in der Versicherungsbranche und in Teilen der Textilindustrie sieht es ähnlich gut aus.
Am anderen Ende? Im Gebäudereinigungshandwerk, in der Floristik und im ostdeutschen Bewachungsgewerbe gibt es tariflich schlicht keinen Anspruch auf Weihnachtsgeld. Null Euro. Das ist kein kleiner Unterschied. Zwischen dem Spitzenreiter (4.235 Euro in der Chemie NRW) und dem Schlusslicht (250 Euro in der bayerischen Landwirtschaft) liegen fast 4.000 Euro. Für viele Haushalte ist das die Differenz zwischen „entspannt durch den Winter" und „wird halt knapp".
Wo es 2025 deutlich mehr gibt
Einige Branchen haben kräftig zugelegt. Im Gastgewerbe Bayern stieg das Weihnachtsgeld um 9,6 Prozent, bei der Deutschen Bahn um 9,0 Prozent und in der Süßwarenindustrie Baden-Württemberg um 7,6 Prozent. Das sind spürbare Zuwächse. Aber: Sie betreffen nur Beschäftigte in tarifgebundenen Betrieben. Der Mechanismus dahinter ist einfach. In den meisten Tarifbereichen wird das Weihnachtsgeld als Prozentsatz vom Monatsentgelt berechnet. Steigt das Tarifgehalt, steigt automatisch auch die Sonderzahlung.



