9.389 Milliarden EUR. So hoch war das private Geldvermögen in Deutschland Ende September 2025, laut Bundesbank. Neuer Rekord. Für 2026 rechnet die DZ Bank mit über 10 Billionen. Zehn. Billionen. Das klingt, als würde es Deutschland finanziell gut gehen.
Die Schlagzeile ist nicht falsch. Aber sie erzählt nur die halbe Geschichte. Denn wenn du dir anschaust, wem dieses Vermögen gehört, sieht das Bild anders aus.
Die Zahl hinter der Zahl
Das private Geldvermögen umfasst Bargeld, Bankeinlagen, Wertpapiere, Investmentfonds und Versicherungsansprüche. Nicht drin: Immobilien, Betriebsvermögen, Schulden. Reines Geldvermögen also, keine Gesamtbilanz.
Der Rekordanstieg 2025 hatte zwei Treiber. Erstens: Die Deutschen haben viel gespart. Die Sparquote lag bei rund 10,4 % des verfügbaren Einkommens, getrieben durch wirtschaftliche Unsicherheit und den Wunsch nach Puffern. Zweitens: Der DAX legte 2025 um 23 % zu. Bewertungsgewinne auf Aktien und Fonds trugen laut DZ Bank rund 290 Milliarden EUR zum Vermögenszuwachs bei.
Wer Aktien und ETFs im Depot hatte, hat also kräftig profitiert. Wer nicht, hat zugeschaut.
Wem das Vermögen gehört (und wem nicht)
Die Bundesbank hat die Vermögensverteilung in einem Monatsbericht aufgeschlüsselt. Die Zahlen sind ernüchternd.
Die oberen 10 % der Haushalte besitzen rund die Hälfte des gesamten Nettovermögens. Die untere Hälfte, also über 20 Millionen Haushalte, kommt auf etwa 1,2 %. Nicht 12 Prozent. Eins Komma zwei. 2009 waren es sogar nur 0,2 %. Ein Anstieg, ja, aber von fast nichts auf immer noch fast nichts.
Konkret: Wenn das gesamte Nettovermögen bei rund 15 Billionen EUR liegt, dann besitzen 20 Millionen Haushalte der unteren Hälfte zusammen etwa 180 Milliarden EUR. Das sind rund 9.000 EUR pro Haushalt. Nicht pro Person. Pro Haushalt.
Rechnet man Rentenansprüche mit ein (gesetzliche Rente, Betriebsrente, Pensionen), verschiebt sich das Bild laut DIW etwas: Dann hält die untere Hälfte etwa 9 % des Gesamtvermögens. Klingt besser, hat aber einen Haken. Rentenvermögen kann man nicht ausgeben, nicht beleihen, nicht vererben (meistens jedenfalls). Es ist ein Versprechen auf die Zukunft, kein Polster für den nächsten kaputten Kühlschrank.



