5.000 EUR. So viel Vermögen hat der Median der unter 30-Jährigen in Deutschland. Mit 55 bis 59 sind es 121.900 EUR. Dazwischen liegen 25 Jahre Arbeit, Spardisziplin und (ehrlich gesagt) eine gehörige Portion Glück beim Timing von Immobilienkäufen und Aktienmarkt-Einstiegen.
Warum Sparen schwerer geworden ist
Die Rechnung ist simpel. Wenn Wohnen und Essen über 50 % des Budgets verschlingen (und das tun sie laut EVS 2023 für einen großen Teil der Bevölkerung), bleibt weniger zum Sparen. Für Alleinerziehende fließen 98 % des Einkommens in den Konsum. Da ist kein Spielraum, egal wie viele Spartipps man liest.
Aber auch für die Mitte wird es enger. Die Verbraucherzentrale meldet: 58 % der Deutschen machen sich ernsthafte Sorgen um ihre finanzielle Zukunft. Das ist nicht Pessimismus, das ist Realismus, wenn die Fixkosten schneller steigen als das Gehalt.
Die 50/30/20-Regel: Immer noch der Goldstandard
Trotz allem bleibt die 50/30/20-Regel der beste Startpunkt für die Budgetplanung:
- 50 % für Grundbedürfnisse: Miete, Lebensmittel, Energie, Versicherungen
- 30 % für Wünsche: Restaurants, Freizeit, Kleidung, Abos
- 20 % für Sparen und Schuldenabbau
Das Problem: Für viele Haushalte sind die 50 % schon bei 60 oder 70 %. Dann muss man ehrlich sein: die 20 % Sparquote ist ein Ziel, kein Gesetz. Wer 10 % schafft, ist besser dran als die meisten. Wer 5 % schafft, hat immerhin etwas.
Sinking Funds: Große Ausgaben klein machen
Ein Konzept, das in Deutschland noch zu wenig bekannt ist: Sinking Funds. Die Idee ist simpel: du legst jeden Monat einen festen Betrag für planbare Großausgaben zurück.
Autoversicherung fällig im November? 600 EUR auf einen Schlag tut weh. 50 EUR pro Monat ab Januar tut nicht weh. Weihnachtsgeschenke? Urlaub? Neue Waschmaschine irgendwann? Alles planbar, wenn man früh genug anfängt.
Typische Sinking Funds:
- Autokosten: Versicherung, TÜV, Reparaturen: 100–150 EUR/Monat
- Urlaub: 80–150 EUR/Monat, je nach Anspruch
- Weihnachten/Geburtstage: 30–50 EUR/Monat



